Wie der Klimacheck Ihr Risiko bewertet
Der Klimacheck kombiniert über 20 öffentliche Geodaten-Dienste, um eine schnelle Ersteinschätzung des Klimarisikos für Ihr Grundstück zu liefern. Diese Seite erklärt, woher die Daten kommen, wie wir sie bewerten, und welche Grenzen das Verfahren hat.
Wichtig: Orientierungshilfe, kein Gutachten
Das Ergebnis ist eine Ersteinschätzung auf Basis fernerkundeter Daten an einem Punkt. Es ersetzt keine objektspezifische Begutachtung durch ein Fachbüro. Insbesondere werden nichtberücksichtigt:
- Mikrotopografie — Senken, Mauern, Aufschüttungen unmittelbar am Gebäude
- Gebäudekonstruktion, Baujahr, vorhandene Schutzeinrichtungen
- Lokale Kanalisation und Rückstausituation
- Grundwasserstand
Vor größeren Investitionen sollte stets ein qualifiziertes Fachbüro die standortspezifischen Bedingungen prüfen.
Datenquellen
Alle eingesetzten Datensätze sind öffentlich und unter offenen Lizenzen (Datenlizenz Deutschland — Namensnennung 2.0, Copernicus, EEA Open Data). Keine Nutzerdaten werden an Dritte übermittelt; alle Abfragen erfolgen serverseitig von unserer Infrastruktur in Deutschland.
| Bereich | Datenquelle |
|---|---|
| Hitzebelastung | HLNUG Hitzeviewer (Stadtklimaanalyse, ~100 m) |
| Starkregen | HLNUG Starkregen-Hinweisindex (1 km²) |
| Hochwasser | HLNUG Hochwasserrisikokarte (HQ10/HQ100/HQextrem) |
| Fließpfade | HLNUG Fließpfad-Korridore (5 m DGM) |
| Versiegelung | Copernicus HRL Imperviousness Density 2021 (10 m) |
| Vegetation | Copernicus HRL Tree Cover Density, Grassland (10 m) |
| Niederschlag (historisch) | DWD RADOLAN (1 km Radar, 19 Jahre) |
| Temperatur | Open-Meteo Archive (ERA5), DWD ICON |
| Trockenheit | UFZ Dürremonitor (SMI) |
| Grundstücksdaten | ALKIS (HVBG Hessen) |
| Naturschutz | BfN Biotopverbund, Schutzgebiete |
| Bevölkerung | Zensus 2022 (Statistisches Bundesamt) |
Bewertungsverfahren
Jede Risikodimension (Hitze, Starkregen, Hochwasser, Versiegelung, Vegetation) wird in drei Stufen klassifiziert: Niedrig, Mittel, Hoch. Die Schwellenwerte folgen anerkannter Fachpraxis:
- Hitze: HLNUG-Gridcode (Land Surface Temperature-Perzentile), ggf. korrigiert um Versiegelungsgrad und Kaltluftkorridore
- Starkregen: HLNUG-Index 1–4 (Schwach/Mittel/Erhöht/Hoch)
- Hochwasser: HQ100 oder näher = Hoch, HQextrem = Mittel
- Versiegelung:50 m-Pufferwert um den Standort: > 80 % = Hoch, > 50 % = Mittel, ≤ 50 % = Niedrig
- Trockenheit: UFZ-Dürremonitor-Klassen
Alle Schwellenwerte sind dokumentiert in tenant-config.ts und folgen den Standardisierungen von UBA, HLNUG, DWA und IPCC AR6.
Wissenschaftliche Grundlagen
- Wasserbilanz pro Baum: FAO-56 Penman-Monteith
- Niederschlags-Wiederkehrzeiten: Gumbel-Verteilung (DWA-A 531)
- Vulnerabilität: IPCC AR6 (Exposition × Sensitivität × Bewältigung)
- Kühlleistung von Vegetation: Bowler et al. 2010, Rahman et al. 2020
- Versiegelungs-Schwellenwerte kalibriert gegen Copernicus HRL-Daten
Transparenz
Der gesamte Quellcode ist auf Anfrage verfügbar; die Methodik wird ständig an aktuelle Forschung angepasst. Bei Fragen zur Berechnung schreiben Sie an info@klimasuite.de.